Innovation Project Google Glass

Dienstag, 10. April 2012 - 11:32

Google macht erneut Schlagzeilen, indem das Unternehmen eine technische Neuerung ankündigt: Dieses Mal stellte der Konzern per Video das Projekt Google Glass vor. Dabei handelt es sich um eine Cyber-Brille, in deren Sichtfeld verschiedene Internetinformationen angezeigt werden. Google will in den nächsten Monaten intensiv an diesem Vorhaben arbeiten.

Google setzt große Hoffnungen in das Project Glass

Wie so häufig versucht Google auch bei Google Glass durch wenige Informationen das Interesse zu wecken, ohne aus ihrer Sicht zu viel zu verraten. Google beschränkte sich bei der Vorstellung auf ein Werbevideo, dass Sie auf der Homepage sowie bei bekannten Videoplattformen sehen können. Außerdem hat der Konzern eine Seite bei Google+ eingerichtet. Noch ist völlig unklar, wann mit der Cyber-Brille zu rechnen ist. Offensichtlich ist aber, dass Google sich hohe Umsätze mit ihr verspricht. Die dafür verantwortliche Projektgruppe ist jedenfalls hochkarätig besitzt: Darunter befindet sich unter anderem Steve Lee, der bereits in anderen Bereichen wichtige Ideen entwickelte und umsetzte.

Die wesentlichen Funktionen der Cyber-Brille

Im Video stellt Google einige Funktionen vor, mit welchem das Project Glass den Alltag für Sie als potenziellen Kunden vereinfachen könnte. Die mit Android betriebene Brille soll beispielsweise eine Termin- und Erinnerungsfunktion haben. Es ist ebenfalls möglich, mit Freunden zu telefonieren oder einen Videochat durchzuführen. Dadurch können Sie auch beim Gang durch die Stadt, wie Google im Video exemplarisch zeigt, stets Kontakt halten und unter anderem kurzfristige Treffen ausmachen. Das Unternehmen will damit verdeutlichen, dass das Project Glass zu einem Mehr an sozialem Miteinander führen soll. Besonders hilfreich können all jene Features sein, welche mit der Erkennung der Umgebung arbeiten. Der Service bietet zahlreiche Informationen über alles, was ins Blickfeld der Cyber-Brille gerät. Dies nennt sich Augmented Reality, erweiterte Wirklichkeit im Deutschen. Betrachten Sie als Träger ein bekanntes Gebäude, erhalten Sie darüber wichtige Daten zur Historie oder zu Öffnungszeiten. Auch das aktuelle Wetter können Sie angezeigt bekommen. Interessant ist die Kombination mit Google Map: Bei Bedarf können Sie sich navigieren lassen. Hierfür verknüpft das Project Glass umfassend Daten. Fällt ein öffentliches Verkehrsmittel aus, werden Sie darüber informiert und zu einer Alternativroute geführt. Schließlich können Sie die installierte Kamera auch dazu verwenden, um Fotos oder Filme aufzunehmen. Das kann praktisch sein, wenn Sie beispielsweise ein interessantes Konzertplakat sehen. Viele dieser Funktionen sind auch mit einem Smartphone möglich. Die Brille mit ihrem futuristischen Design hat allerdings den Vorteil, dass Sie Ihre Hände dazu nicht benutzen müssen.

Google Glass – die Perspektiven:

Die Beurteilung über die Zukunftsaussichten dieses Projekts fällt schwer. Die technische Umsetzung kann noch nicht eingeschätzt werden, da die Markteinführung noch auf sich warten lässt. Allgemein gibt es ein großes Interesse an technischen Erneuerungen, das zeigen die Absatz- und Nutzungszahlen von Innovationen in den letzten Jahren. Allerdings sind Geräte, die Verbraucher in der Hosentasche mitführen können, oder Accounts in sozialen Netzwerken von anderer Qualität als eine Brille. Es bleibt fraglich, ob sich dafür eine ausreichende Anzahl an Menschen begeistern kann. Eine Brille kann störend sein, nicht umsonst weichen viele Brillenträger auf Kontaktlinsen aus. Die Vorteile des mobilen Internets sind zwar offensichtlich, aber die sind auch mit Smartphones und Co. gegeben. Wenn Sie zum Beispiel einer Navigation bedürfen, können Sie dieses Gerät einfach zücken. Das ist ein Handgriff. Ob eine Brille einen entscheidenden Mehrwert bietet, ist zumindest zweifelhaft.

Kritik ist vorprogrammiert: der gläserne Mensch?

Kaum hatte Google Project Glass publiziert, regte sich schon die erste Kritik. Es bedarf keiner wahrsagerischen Fähigkeiten, um in den nächsten Wochen einen massiven Anstieg der empörten Stimmen zu prophezeien. Das ist durchaus nachvollziehbar, da das umfassende Auswerten von Informationen aus datenschutzrechtlicher Sicht problembehaftet ist. Mithilfe der gesammelten Daten können ganze Bewegungsprofile erstellt werden. Da die Kamera an der Brille beim Tragen stets an ist, könnte theoretisch sogar ein gesamter Tag aus Ihren Augen betrachtet werden. Google wird dieser Kritik sicherlich mit dem Hinweis begegnen, dass Datenschutzrechte gewährleistet sind. Ein fades Gefühl bleibt. Es wird bestimmt nicht lange dauern, dass Sicherheitsbehörden Zugriff auf solche Daten haben möchten.

Quellen:

– http://www.googlewatchblog.de/2012/04/project-glass/
– https://plus.google.com/111626127367496192147/posts

Das Video zu Google Project Glass

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